"Wir wollen die vorhandenen Arbeitsplätze im Land sichern und neue schaffen. Gleichzeitig wollen wir unsere regionale Wirtschaft stärken", sagte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen am Mittwoch, 9. September, in Kiel nach einem Treffen mit Vertretern der Spitzenorganisationen von Industrie- und Handelskammern, Unternehmensverbänden, der Agentur für Arbeit, den Handwerkskammern und dem Landesverband für freie Berufe.
"In der Wirtschaftskrise ist schnelles Handeln gefragt. Alle Beteiligten müssen daher gemeinsam und abgestimmt mit anpacken, um diese Situation erfolgreich zu überwinden und aus der Krise gestärkt hervorzugehen", so der Ministerpräsident. Kurz- und mittelfristige Projekte seien besprochen worden, um die Krise zu überwinden:
Task-Force in der Landesregierung hilft Unternehmen
Eine so genannte "Task Force" im Wirtschaftsministerium unter Einbindung des Arbeitsministeriums soll Unternehmen unter Einsatz der Instrumente der Wirtschafts- und Arbeitsmarktförderung schnell und unbürokratisch helfen.
Zügige Umsetzung der Konjunkturpakete
Die Landesregierung wird in enger Abstimmung mit den kommunalen Landesverbänden und der Wirtschaft für eine zügige Umsetzung der Konjunkturpakete sorgen. "Die von der Bundesregierung und den Ländern auf den Weg gebrachten Konjunkturprogramme helfen der Wirtschaft. Sie tragen schon jetzt dabei, die Nachfrage zu stützen und Arbeitsplätze zu erhalten", sagte Carstensen.
Instrumente zur Unternehmensfinanzierung optimieren
Die Landesregierung und ihre Förderinstitute haben die Instrumente zur Unternehmensfinanzierung bereits angepasst. So wurden die Möglichkeiten zur Gewährung von Bürgschaften und der Einsatz der Sonderkreditprogramme der KfW verbessert. "Sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung weiter verschärfen, werden wir die Förderinstitute noch weiter anpassen", sagte Carstensen.
Arbeitsmarktförderung weiterentwickeln
Die Qualifizierung für Arbeitnehmer in der Kurzarbeit soll sehr viel stärker als bisher genutzt werden. Die Weiterbildungsträger werden daher aufgefordert, ihre Angebote stärker an den betrieblichen Erfordernissen auszurichten. An die Wirtschaft und die Arbeitnehmer wird appelliert, die Angebote verstärkt zu nutzen.
Beratungsnetzwerk Kurs Nord
Kammern und Finanzierungs- und Förderinstitute haben gemeinsam mit der Landesregierung ein Beratungs- Netzwerk geknüpft. Der Flyer "Kurs Nord - Raus aus der Krise" nennt die Ansprechpartner und dient den Unternehmen als Orientierungshilfe.
Aus- und Weiterbildung: Fachkräfte für den Aufschwung sichern
Allen ausbildungsfähigen Jugendlichen soll ein Ausbildungs- und Qualifizierungsangebot gemacht werden. Die Partner im Bündnis für Ausbildung sowie in der Partnerschaft Schule und Wirtschaft werden gebeten, sich weiterhin für die Jugendlichen einzusetzen. Sollten Auszubildende aufgrund von Kurzarbeit ihre Ausbildung nicht mehr vollständig absolvieren können, soll kurzfristig ein Verbund mit anderen Ausbildungsbetrieben organisiert werden.
Mittel- und langfristige Projekte
Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist nach Auffassung von Regierungschef Carstensen einer der wichtigsten Standortfaktoren, die verbessert werden müssen. So müsse die Bundesregierung ausreichende Mittel für den Ausbau der Autobahn 20 bereitstellen. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Stärkung der Innovationskraft im Norden. Carstensen forderte, dass der Norden bei den Förderprogrammen des Bundes angemessen berücksichtigt werden müsse. Die Unternehmen im Land rief er dazu auf, das Wissen in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes stärker zu nutzen und mehr Kooperationen und gemeinsame Projekte anzustreben.
Die Förderprogramme des Landes müssten überprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden. Außerdem soll die Zusammenarbeit auf norddeutscher Ebene intensiver genutzt werden, um mit Hamburg den gemeinsamen Wirtschaftsraum weiterzuentwickeln. Mit einer zukunftsorientierten Energiepolitik müsste außerdem eine nachhaltige Energie- und Ressourcennutzung gesichert werden.
Quelle: Staatskanzlei S-H