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Feldempfang des Reservistenverbandes im Fliegerhorst Kiel-Holtenau am 20. Juni 2009

eingestellt am 20.06.2009

 

Zum Feldempfang des Reservistenverbandes im Fliegerhorst Kiel-Holtenau sprach der Ministerpräsident Peter Harry Carstensen am 20. Juni 2009, 11 Uhr folgendes Grußwort

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Oberst Unruh,
sehr geehrter Oberst Hettfleisch, (Landeskommando)
sehr geehrter Fregattenkapitän Heck, (Kommodore Marinegeschwader 5)
sehr geehrter Herr Abgeordneter Beck, (Präsident Verband der Reservisten der Bundeswehr)
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete,
liebe Soldatinnen und Soldaten,
verehrte Gäste,

traditionell lädt der Reservistenverband zum Kieler Woche Empfang und er genießt ein Privileg: Hier wird schon gefeiert – dabei ist die Kieler Woche noch gar nicht eröffnet. Aber gerade das macht ja die Kieler Woche aus – das macht sie so einzigartig: Die Kieler Woche ist keine gewöhnliche Woche, sie ist nicht sieben, sie ist zehn Tage lang, aber nur einmal im Jahr!

Ich danke dem Reservistenverband herzlich für die Einladung. Ich bin ihr auch in den vergangenen Jahren gefolgt, wann immer es möglich war. Wenn es nicht möglich war, hat mich der Chef meiner Staatskanzlei, Heinz Maurus, hier vertreten. 
Uns beiden liegen die Besuche bei der Bundeswehr und dem Reservistenverband sehr am Herzen, weil wir um die Verdienste derjenigen wissen, die für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger einstehen. Das hat auch in einem breiten Kreis, in der Öffentlichkeit Würdigung verdient.

Das tun wir gerne – und so habe ich auch in diesem Jahr gerne die Schirmherrschaft für den Empfang übernommen.

Zumal wir Ihren Einsatz für den schleswig-holsteinischen Verband schätzen. Es ist ein weit verbreiteter Spruch: Reserve hat Ruh´. Davon kann bei Ihnen, lieber Oberst Unruh, keine Rede sein. Sie stehen an der Spitze von mehr als 4.000 aktiven Mitgliedern. Wieder haben Sie viele Nachbarn, Freunde und Partner aus dem In- und Ausland, aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung eingeladen. 
Und die Resonanz spricht für Sie, für die Bedeutung Ihres Verbandes und auch für die Ausstrahlungskraft unserer Landeshauptstadt. 
Es ist das schönste und größte Volksfest in Nordeuropa, das wir in den nächsten Tagen feiern und das rund 3 Millionen Menschen an die Förde locken wird. Die Kieler Woche ist eine ausgezeichnete Visitenkarte – als friedliches Volksfest, als Sportereignis ersten Ranges und als Kulturfestival auf höchstem Niveau. Und außerdem ist sie ein Treffpunkt: Weil private Kreise, Unternehmen und Verbände die Gelegenheit nutzen und am Rande der Festwoche Menschen zusammenbringen.

Der Gedanke der Verständigung, der Völkerverständigung, wird dabei nicht nur auf dem Internationalen Markt mit Leben erfüllt. Zahlreich sind die Veranstaltungen, die in einer Kultur der Offenheit neue Kontakte schaffen und Menschen näher zusammenrücken lassen – und damit meine ich nicht nur die Konzerte, bei denen die Besucherinnen und Besucher dicht gedrängt internationale Topstars aus den Charts hören.

Ich denke etwa auch an die Verleihung des Weltwirtschaftlichen Preises, die morgen stattfindet und zu der Größen aus Wirtschaft und Wissenschaft von allen Erdteilen anreisen.

Ich denke an die Ausstellung „Privatissimo“ in unserer Kunsthalle – vom Titel her ein scheinbarer Kontrapunkt zur Weltoffenheit dieser Hafenstadt.

Und ich denke an Empfänge wie diesen: Sie setzen Highlights und bereichern die Kieler Woche. Denn sie geben uns die Gelegenheit, mit unseren Gästen ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und gerade die internationalen Beziehungen vertiefen. Das macht die Kieler Woche so erlebenswert.

Wir sind schon ein bisschen stolz, dass unsere Landeshauptstadt ein so beliebter Anlaufpunkt ist und die Kieler ganz offensichtlich so geschätzte Gastgeber sind. Gleiches gilt natürlich auch für unsere Bundeswehreinheiten und besonders die Marineeinheiten, die bei uns stationiert sind.

Und wir freuen uns ganz besonders, dass dieses Jahr auch die Gorch Fock wieder dabei ist und die Windjammerparade anführen wird. Denn das Segelschulschiff der Marine steht für die enge Verbindung Schleswig-Holsteins mit seinen Bundeswehreinheiten:

Die Gorch Fock ist das Patenschiff des Schleswig-Holsteinischen Landtages. Sie ist auf den Weltmeeren unterwegs und eine erstklassige Botschafterin: in weiß steht sie für Vertrauen, Frieden und Freundschaft.

Über 14.000 Marinesoldaten wurden auf ihr ausgebildet: im Geiste des Einsatzes für Demokratie, unteilbarer Werte und Sicherheit. 

Meine Damen und Herren,
der Reservistenverband versteht sich auch als Mittler zwischen Bundeswehr und Öffentlichkeit. Und deshalb will ich hier klarstellen: Das tut auch die Politik. Sie ist Mittler und ich füge für mich hinzu: Fürsprecher unserer Soldatinnen und Soldaten gegenüber der Öffentlichkeit.

Die Anforderungen an unsere Soldatinnen und Soldaten sind in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Die Politik zeichnet dafür verantwortlich. Sie formuliert die Aufträge. Und sie hat auch die Verantwortung zu tragen. Das heißt: Wir stehen zur Bundeswehr – ohne wenn und aber.

Die Bundeswehr setzt sich ein für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit. Bei der militärischen Bekämpfung des internationalen Terrorismus hat die Bundeswehr Verantwortung übernommen und steht Seite an Seite mit unseren Verbündeten. 
Dabei sorgt auch Schleswig-Holstein für Sicherheit. Um genau zu sein: Die Fregatte Schleswig-Holstein. Sie trägt den Namen unseres Landes und wir sind stolz auf die Dienste, die sie und ihre Besatzungen erfüllen.

Ich denke aber auch an die Bundeswehrstandorte im Land. Viele von ihnen entsenden Soldaten in die Auslandseinsätze. 
Das soll auch wahrgenommen werden, denn sie machen da einen gefährlichen Job! In unserem Interesse! Unter Ihnen sind seit vielen Jahren auch zahlreiche Reservistinnen und Reservisten. Es sind gegenwärtig über 470 Reservistinnen und Reservisten auf dem Balkan, am Horn von Afrika, in Afghanistan, vor der Küste des Libanon und im Kaukasus im Einsatz, um das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.

Ohne Reservistinnen und Reservisten, die ihre zivile Kompetenz als Spezialisten mitbringen, sind die Einsätze der Bundeswehr heute nicht mehr denkbar. Das kommt mir bisher zu kurz in der öffentlichen Wahrnehmung und deshalb möchte ich an dieser Stelle meinen Respekt, meine Anerkennung und meinen Dank ausdrücken an unsere Frauen und Männer in Uniform, die Wehrübungen im Auslandseinsatz absolvieren.

Meine Damen und Herren,
an den Standorten im Land genießt die Bundeswehr einen ausgezeichneten Ruf. 
Die Bürgerinnen und Bürger sehen sie als integralen Bestandteil der Gesellschaft. Sie schätzen die Soldatinnen und Soldaten nicht nur, weil mit ihnen Wirtschaftskraft in die Regionen kommt, sondern weil sie im alltäglichen Umgang überzeugen. 
Die Bundeswehr und mit ihr die Reservisten leisten einen grundlegenden Beitrag zu mehr Freiheit und zu mehr Demokratie, vor allem aber zu mehr Frieden und mehr Sicherheit in der Welt.

Wir sind uns der Risiken der gefährlichen Einsätze vollauf bewusst. Wir hoffen und wünschen uns, dass alle Soldatinnen und Soldaten stets heil und unversehrt zurückkehren. Das ist beileibe das wichtigste.

Und wenn man als Soldatin oder Soldat ganz viel Glück hat, meine Damen und Herren, dann folgt nach der Rückkehr aus dem Einsatz eine dienstliche Aufgabe im Rahmen der Kieler Woche.

Die Uniformen von Heer, Luftwaffe und Marine geben der Stadt in diesen Tagen ein internationales Flair. Denn die Bundeswehr hat Gäste aus aller Welt. Es sind auch Reservistinnen und Reservisten, die mithelfen, dieses Fest jedes Jahr wieder zum Erfolg zu bringen. Auch dafür sage ich Danke.

In diesem Sinne freuen wir uns auf ein friedliches Fest, auf schöne Stunden und unterhaltsame Tage. 
Damit machen wir heute den Anfang. 
Die Reservistinnen und Reservisten machen den Anfang. 
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit.
Vielen Dank.

 
 
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